Was ist ein Leaky Gut?
- Barbara Stücklin

- 2. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Bei einem Leaky Gut ist die sehr sensible Darmschleimhaut durchlässiger als normal. So können schädliche Stoffe, wie Bakterien und deren zum Teil toxischen Stoffwechselprodukte, Toxine und Nahrungsbestandteile in den Blutkreislauf gelangen und viele verschiedene Symptome auslösen.
Es kann zu Nahrungsmittelintoleranzen, Vitamin- und Mineralstoffmängel kommen, da die Enzymatische Tätigkeit von Nahrungsmittel vorwiegend im Darm abläuft.
Die Frage ist nun, wie kann es soweit kommen?
Eine ungesunde Ernährung, z.B. hoher Zuckerkonsum, Fett- und Proteinlastige Ernährung, sowie wenige Ballaststoffe in der Ernährung können zu einem Leaky Gut führen.
Nebst der Ernährung zählen Stress, Infektionen, und Alkoholmissbrauch zu den Ursachen. Die Einnahme von Antibiotika und einige anderen Medikamenten führen zu einem Ungleichgewicht der Darmbakterien und fördern so ebenfalls eine erhöhte Permeabilität der Darmschleimhaut.
Mögliche Symptome für einen durchlässigen Darm können Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung sein. Aber auch Hautprobleme wie Akne oder Ekzeme, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen können auftreten. Bei einigen zeigt sich ein Leaky Gut auch über Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Entzündliche Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom, Arthritis und Autoimmunerkrankungen.
Wie wird ein Leaky Gut diagnostiziert?
Über eine Stuhlprobe, in der das Zonulin und das Alpha-1-Antitrypsin gemessen wird, wird ersichtlich, ob ein durchlässiger Darm vorliegt. Auch kann über einen Bluttest das Zonulin gemessen werden. Ebenfalls können Stoffwechselprodukte von pathogenen Bakterien im Urin nachgewiesen werden.
Behandlungsmöglichkeiten
Eine gesunde, intakte Darmbarriere kann durch eine Ernährungsumstellung in Form von genügend Gemüse, Obst und Ballaststoffen erfolgen. Die Ballaststoffe, vorwiegend im Gemüse oder vollwertigen Produkten, wie z.B. Vollkornbrot, Vollkornhaferflocken usw. sind wichtig, da diese die guten Bakterien nähren und zum Wachstum anregen. Wichtig ist eine biologische Ernährung, da sich manche schlechten Bakterien durch schwefelhaltige Spritzmittel vermehren können. Ausserdem können gewisse Pflanzenschutzmittel die guten Bakterien dezimieren. Möglichst ein Verzicht auf hochverarbeitete Lebensmittel und Zusatzstoffen hilft dem Darm wieder zu regenerieren.
Meist reicht dies aber nicht. Dann kommen Probiotika (gute Bakterien) oder Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine und Mineralien, Pflanzenstoffe und Präbiotika zum Einsatz.
Auch ist es wichtig zu wissen, wie der eigene Körper Proteine, Fette, Kohlenhydrate wie Zucker aber auch Stärke abbauen kann. Allenfalls ist es sinnvoll ihn dabei zu unterstützen, um ein übermässiges Wachstum von ungünstigen Bakterien im Darm zu verhindern und eine optimale Flora zu gewinnen.
Wichtig ist eine ausführliche Anamnese, eine Laboranalyse die über eine Stuhlprobe aufzeigt wie die Darmflora aufgestellt ist. Sind genügend "gute" Bakterien vorhanden oder konnten sich bereits "schlechte" Bakterien ansiedeln? Wie steht es um die Verdauungsleistung, die Pankreaselastase (Bauchspeicheldrüse) und die Gallensäure? Können genügend Enzyme produziert werden und können Fette (auch fettlösliche Vitamine wie A/D/E/K) über die Gallensäure aufgenommen werden?
Ein ganzheitliches, individuelles Konzept ist hier notwendig und vor allem der Wille aktiv etwas zu verändern, um wieder zu einer guten Gesundheit zu gelangen.
Kommentare